25. Travia
Der Zwerg war leider auf der anderen Seite der Illusion 3 Schritte zu weit gelaufen ( Vielleicht auf Grund des Schmerzes ? ) und stürzte einen Felsabhang hinab.
Der Gardianum hatte uns geholfen, dennoch wurden wir ziemlich geschwächt... hätte ich das Artefakt nicht benutzt wären mit großer Wahrscheinlichkeit einige von uns gestorben, auf Dank habe ich wie erwartet vergeblich gewartet, so sind meine Begleiter nicht nur götterlos sondern wohl auch fern jedweder guten Erziehung.
DAS TAL
Auf der anderen Seite angekommen, offenbarte sich uns ein majestätisches Tal. Tief eingelassen in den Felsen auf dem die Gor enstanden war, lag es fern jedweder Auswirkung durch die es umgebende wilde Wüste. Ein Wald und ein Dorf besiedelt von Sklaven waren am Fuße des Tals zu erkennen, sowie ein großer Turm auf einer Felsnadel.
Jetzt war es soweit, Bukhar platzte damit heraus, er erinnerte sich wieder und erzählte uns, dass er ein Wächter der Zeit ist und hier war um den Magier Liscom aufzuhalten, er hatte nämlich vor Borbarad zu befreien.
Borbarad ist nämlich gar nicht tot, Rohal hatte ihn nur verbannt in ein Gefängnis im Limbus zwischen den Welten. Durch die Erschaffung dieses Gefängnisses enstanden der rote Himmel, so wie die Risse im Limbus. Natürlich konnte sich unser einfältiger Zwerg einen Kommentar bezüglich, der ach so dummen und bösen Magier hier nicht verkneifen... Ich bin gespannt wann er an jemanden gerät der ihm seine Respektlosigkeit nicht so leicht verzeiht und durchgehen läßt wie ich es tue.
Wir wanderten auf dem Felsgrat am Rande des Tals auf den Turm zu, in dem wir Liscom vermuteten. Angekommen sahen wir uns vor einem verschlossenen Tor. Die einzige Möglichkeit war es auf einem sehr schmalen Grat an der Mauer des Turms entlang zu einem Hintereingang zu gelangen. Vanaria hatte den Turm umflogen und uns auf alles vorbereitet.
Natürlich wollten unsere ungestümen Herren am besten sofort vorstürmen und in ihren Tod stürzen. Glücklicherweise hörten sie dann doch auf mich und seilten sich aneinander... was im Nachhinein Bengram das Leben rettete.
Wir schlichen uns durch die Feste, trafen auf ein paar Schwierigkeiten derer sich aber unsere Kämpfer annahmen und sie beseitigten. Diese Chimären waren offensichtlich auch hier als Wächter eingesetzt worden. Bukhar hatte uns erzählt Liscom habe sie hier so vorgefunden und sie nicht selbst erschaffen. Insgesamt hatte dieser Liscom nicht sehr viel selbst geschaffen, das meiste waren wohl Arbeiten Borbarads, der ja nun schließlich ein Meister, wenn man es so nennen kann, der Chimärologie war.
Hier unterlief uns ein törichter Fehler, zuvor hatten wir noch darüber gesprochen, dass Liscom ein Beherschungsmagier war, jedoch über all die Aufregung hatten wir es nun vergessen. Wir stolperten wie dumme Anfänger in sein Beratungszimmer hinein und verfielen seinem Zauber.
Die Einzige, die umsichtig genug und leider auch während der zu kurzen Beratungsphase zu leise, war Vanaria. Sie blieb außerhalb des Raumes und außerhalb der Sichtweite Liscoms, was sie vor dem Zauber bewahrte. Eine sehr potente Variante des Bannbaladin hatte uns allen den Kopf verdreht. Außerdem fanden wir in dem Raum den sich freundlich mit ihm unterhaltenden jungen Herr da Merinal vor.
Vanaria lauschte kurz unserer Unterhaltung, aus der sie entnahm wo Liscom das Artefakt, welches Bukhars Seele beinhaltete aufbewahrte. Liscom ging wenig später dorthin und tobte dann ein wenig, da er nicht vorfand was er gehofft hatte.
Vanaria kam zurück wir befreiten uns nachdem der Bann von uns fiel und Bukhar offenbarte uns sein Geheimnis. Er war ein alter Drache und das Artefakt sein Karfunkel, der Speicher seiner Seele. Er stürzte sich darauf von der Brüstung um seine Verwandlung in seine echte Gestalt zu vollführen.
Wenig Zeit war nun, ich rannte Liscom hinterher und wollte ihn mit einem starken Ignifaxius zu Boden bringen, leider war er vorbereitet und unglaublich schnell, so entzündete er erst mit einem Ignifaxius selbst seine Bücher und wehrte gleichzeitig mit einem Invercano meinen Ignifaxius ab, der mich sicherlich umgebracht hätte, wäre ich nicht ausgewichen. Wieder hätte ich mich Ohrfeigen können, wie ein Anfänger bin ich dort hinein gegangen... natürlich hatte ein mächtiger Magier wie er, sicherlich Schutzamulette und ähnliche Mechanismen.
Ich rannte wieder runter, erzählte den anderen was er gerade tat und kümmerte mich erst einmal um Horatio, der nicht gerade gut aussah, nachdem wir durch das Portal geschritten waren. Dort geschah etwas unglaubliches, ich bekam Einblick in die Matrix des Körpers von Horatio und auch meines Körpers... ja die gesamte Magie des Balsam schien wie von selbst so perfekt wie noch nie zuvor zu wirken und wertete kleine Fehler in der Matrix von Horatios Körper sogar noch auf.
Eine so tiefe Einsicht in die Magie hatte ich nie erlebt und auch die Nachwirkung, war äußerst erstaunlich, so war mir nicht magische Kraft abhanden gekommen, nein ich war voll meiner Kräfte. Horatio sprach davon, sich noch nie in seinem Leben so "lebendig" zu fühlen und dankte mir. Auch wenn ich mir bis heute nicht sicher bin ob das mein Verdienst war.
Wir folgten den anderen um nun gestärkt Liscom das Handwerk legen zu können. Die anderen waren auf das Dach des Turmes gestiegen und stellten sich Liscom entgegen. Ich löschte die Flammen in der Bibliothek, auf dass es überhaupt noch eine Fluchtmöglichkeit für uns geben würde, wenn wir hätten flüchten müssen. Lautes Stampfen auf dem Dach und merkwürdige, widernatürliche Geräusche schreckten mich auf und ich kletterte so schnell ich konnte auf das Dach.
Ein Shruf, ein mächtiger 4 gehörnter Dämon hatte sich vor uns aufgebaut und meine Begleiter kämpften schon gegen ihn, jedoch nicht sehr erfolgreich. Mir fiel mein kleines Kästchen wieder ein, dass ich durch meinen Tauschhandel von Magister Okharim bekommen hatte. Ich wusste, das wir keine Chance gegen dieses Monstrum haben würden, also löste ich den Zauber aus und schubste das Kästchen unter den Shruf. Glücklicherweise hatte der Magister nicht übertrieben, es tat seine Wirkung und "entfernte" den Shruf von dieser Ebene der Existenz.
Diesmal wollte ich nicht den selben Fehler begehen und blendete Liscom mit einem Blitz, danach löste ich den Ignifaxius aus der ihn in Flammen setzte und ihn zurück taumeln lies. Kalendin setzte seinen Bogen an und schoß Liscom einen letzten Abschiedspfeil in den Kopf, daraufhin fiel der Magier brennend in den Abgrund.
Bukhar hatte inzwischen seine ursprüngliche Gestalt wiedererlangt und flog schwebend vor uns. Eine wirklich beeindruckende Gestalt, die sogar unseren Zwerg dazu brachte niederzuknien, was mich sehr verwunderte.
Er erzählte uns wie es dazu kam, das er im Körper eines Menschen gefangen war und überreichte jedem von uns Geschenke verschiedener Art. Er sprach auch noch davon uns verzeihen zu können für unser Verbrechen an der Zeit... nun man soll nicht mit Göttern diskutieren also beließ ich es dabei, jedoch muss für die Nachwelt festgehalten sein:
WIR haben KEIN Verbrechen an der Zeit begangen, wir wurden darin verstrickt ohne, dass wir gefragt wurden. Die "Bitte" einer Göttin schlägt man nicht leichtfertig aus.
Der Darei war verschwunden und der Bann über die Leute fiel ab, als Bukhar der eigentlich Teclador hieß den Turm zerstörte. Den Rest des Tages erklärten wir den Leuten was passiert war und bereiteten sie auf die bevorstehende Reise vor.