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Sunday, December 18, 2005

20 Efferd

Es war tief in der Nacht, als wir begannen Rako ( dem Vertrauten Tier unserer Hexe ) zu folgen. Der Weg führte uns den Berg hoch, ein schroffer Fels an dem wir unsere Hände schunden. Auf dem halben Weg stürzte Bengram ab und hing nur noch von seinen Beilen, die er in den Fels geschlagen hatte, getragen vor einem Abgrund. Ich beute mich über die Felskannte und reichte ihm meinen Stab herunter, an dem er hochklettern sollte. Leider ging unser Vorhaben schief, da Tjalt zu ruckartig an mir zog. Bengram stürzte hinab und hatte Glück im Unglück. Er landete auf einer Plattform nur 10 Meter tiefer, wir eilten den Berg hinab um ihm zu helfen allerdings wollte er sich von mir nicht helfen lassen.... Zwerge....

Als wir gerade unseren Blick nach oben richteten, offenbarte sich uns ein zugegebenermaßen fantastisches Bild, ein großer Dschinn der Lüfte stand auf der Felsspitzen neben einer interessanten Felsformation und sprach mit Vanaria ( der Hexe ). Ich eilte den Berg hinauf um mit dieser mächtigen Manifestation der Elemente noch ein paar Worte zu wechseln, kam jedoch zu spät. Mit einem zornigen Schrei verschwand der Dschinn.

Der Dschinn hatte offensichtlich Seraya gefangen genommen, nachdem sie ihn gerufen hatte und sich von ihm gewünscht hat, er möge sie von ihrem Vater wegbringen. Vanaria hatte ihn ebenso gerufen und wünschte sich nun, dass er Seraya freigeben sollte. Er stellte die Bedingung, das wir uns als würdig erweisen sollten. So etwas passiert wenn sich ein Element einbildet es hätte Persönlichkeit.. pah.. ich weiß warum die Elementarmagie nichts für mich ist, diese aufgeblasenen Elementwesen die sich für etwas besonderes halten, gar für anbetungswürdig.

Hinter der Bergkuppe tat sich uns ein fruchtbares Tal auf und hinter diesem Tal auf der nächsten Bergkuppe war das Schloss des Dschinns in dem wir Seraya befreien sollten und uns als würdig erweisen. Dies musste aber bis zum Morgengrauen geschehen. Keine Zeit zur Rast blieb uns übrig, so gingen wir los und kletterten ins Tal hinab.

Im Tal war ein dichter Wald zu überwinden, was mir bis jetzt noch in den Knochen steckt, diese ganzen Büsche und meine Schuhe... ich muss mir neue Schuhe kaufen.. bei nächste Gelegenheit. Zuerst wollte der dickköpfige Zwerg vorstürmen, aber nachdem ich mir schon dachte, dass er uns mit seiner Kampfeslust in mehr Schwierigkeiten bringen würde, als ich Lust hatte empfahl ich das Tjalt vorgehen möge, als derjenige, der sich im Wald am besten von uns allen auskennt.

Eingeschnappt begab sich der Zwerg ans Ende der Truppe und viel immer weiter zurück, bis er plötzlich gänzlich verschwunden war und wir ein Knurren vernahmen. Horation lief los, jedoch hörte ich freudiges Jauchzen aus dem dunkel und war mir sicher der Zwerg würde zurecht kommen. Als es nach einer halben Minute noch nicht in Ordnung war reif Horatio "Hier sind zu viele!" und wir eilten ihnen zu Hilfe. Schon wieder waren es diese Khoramsbestien, widerliche Viecher. Wir hätten zusammen bleiben sollen, dann hätten wir ihnen sicherlich so imponiert, dass sie uns in Ruhe gelassen hätten.... aber wer hört schon auf dem Magier.. ts.. Der Zwerg wurde von ihnen fast getötet und ich tat mein bestes ihn ohne Magie zu verbinden, wer weiß wozu dieser Irre fähig ist wenn man ihn gegen seinen Willen mit Magie heilt.

Wir schleppten uns weiter verletzt durch den Wald und kamen schließlich bei der Festung an. Horatio kann einen wirklich zur Verzweiflung treiben.. er bildet sich ständig irgendwelchen Blödsinn sein, diesmal glaubte er das er krank sein würde, wegen der Khoramsbestien.. ts.. und was soll ich wegen meiner Schuhe sagen???.. die sind wirklich kaputt.. überhaupt nicht eingebildet.. gut sie sind nicht kaputt, aber sie sind schmutzig.. ziemlich sogar.

Ahm.. wo war ich.. achja.. wir schlichen uns in die Festung in einen Turm, der voll von toten Zwergen war. Diese Unglückspilze sind wohl direkt in eine Falle eines fehlgeleiteten Geoden gelaufen, sie waren von Erzspießen die aus dem Boden wuchsen durchbrohrt. Nach diesem Raum kamen wir in eine große innere Halle, in der Luftelementare umher huschten und sich um Säulen schlangen, sie tanzten einen fürchterlichen Tanz. Als wir versuchten uns an ihnen vorbei zu schleichen, wurde unser Zwerg, der leider etwas laut war von einem der Geister erfasst und quer durch den Raum gegen die Wand geworfen, glücklicherweise sind diese Zwerge sehr gut gepolstert und ihm geschah nichts. Tjalt war ebenso ungeschickt jedoch schrie ich auf, lenkte ihre Aufmerksamkeit auf mich und rannte aus dem Raum.. sie sausten mir hinterher und verpufften, als sie ihren Kraftkreis durchbrochen... soviel zur intelligenten Elementarwesen..

Natürlich wusste niemand meine Leistung zu würdigen, was hatte ich auch anders erwartet.. ich hatte mein Leben riskiert und nicht einmal ein freundlicher Blick wurde mir dafür zuteil.

Nun waren wir in einer Art Alchemie Labor angekommen, dort hatte der Geode sein Tagebuch in die Wand geritzt und es waren einige uralte ausgetrocknete Kräutertinkturen zu finden. Ich packte eine Flasche ein, in der noch Etwas erhalten geblieben war. Bin mal gespannt was das für eine Kräuterbrühe ist.

Einen Stock höher fanden wir einen Gegenstand, von dem der Geode in seinem Tagebuch gesprochen hatte.. er versuchte die Luft einzufangen und das Erz zu beherschen. Mir scheint, er ist auf seinem Weg zur Macht wohl etwas wahnsinnig geworden, denn dort an den Wänden schrieb er immer und immer wieder einen bestimmten Satz. Als wir diesen laut vorlasen konnten wir den Korken des magischen Gefäßes - wie eine Untersuchung ergab - entfernen und es strömte mit ungeheurer Macht Luft in es hinein. Schnell schlossen wir den Deckel wieder, waren uns aber nun sicher eine mächtige Waffe gegen den Dschinn zu haben.

Wir verließen das Labor und gingen in den Keller dort sahen wir den Geoden, versteinert überrascht schauend vor einer Tür stehend. Er wurde wohl überrascht als er gerade versuchte einen Erzdschinn in einen Raum zu bannen. Im inneren des Raumes sahen wir Seraya als Steinstatue am Ende des Raumes. Als wir näher kamen formte sich das Gesicht eines Erzdschinn aus der Wand und es sprach zu uns, sagte wir müssten uns Würdig erweisen und nur ihre Bräutigam würde sei befreien können.

Nun war es genug, diese Elementare hielten sich wohl für Götter... dabei kochen auch sie nur magietechnisch gesehen mit Wasser. Ich ging vor zu Seraya und löste den Versteinerungszauber auf.. das erste was diese bildhübsche Frau allerdings tat, war zu Horatio zu laufen, wovon sie durch Erzspieße abgehalten wurde... ich konnte sie doch nicht so umkommen lassen und wollte mich gerade an ihrer statt in die Gefangenschaft begeben, jedoch offenbarte der Elementar Horatio die selbe Möglichkeit und als er einwilligte ließ er Seraya gehen und sprach, dass er nun frei war. Ein Trick ein simpler Trick... dieser Horatio hat wirklich mehr Glück als Verstand.

Kaum hatten wir Seraya befreit verschwand der Dschinn und die Höhle begann einzustürzen, wir rannten nach oben, wo wir mitten in die Arme des Luftdschinn liefen, der verständlicherweise sehr ungehalten darüber war, dass wir seine Braut raubten. Ein kleines Plöpp ein kurzes Zapp später und der Elementar war in der Flasche des Geoden gefangen, die ich natürlich sicher in meinem Gepäch verstaute, wer weiß wozu sie noch nutze sein könnte. Wir machten uns auf den Rückweg und kamen unbeschadet, mehr oder weniger ins Lager der "da Merinal" zurück. Eine große Feier ging von statten, der ich aber aufgrund meines hohen Kraftverlusts bei der Befreiung Serayas nicht beiwohnen konnte.... wofür mir natürlich wieder niemand dankte... nicht einmal dieser Frauenheld Horatio, der nun die Früchte meiner Magie genießen würde...

Jetzt sitze ich hier, in einem der Wagen und schreibe bei Kerzenlicht diese Zeilen, mein Kopf dröhnt und ich fühle mich leer und ausgelaugt... und auch wenn ich das richtige getan habe frage ich mich doch immernoch, tue ich es auch mit den richtigen Leuten? Sind diese Menschen meine Anstrengungen wert? Die Risiken die ich heute nach eingegangen bin, hätten mich schon wieder mein Leben kosten können. Aber hinfort mit diesen dunklen Gedanken, ich werde mich nun zu Bett begeben, der morgige Tag wird wieder Licht in meinen müden Geist bringen.

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